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Atemberaubendes Panorama: Pasadena ist die kleine Schwester Los Angeles', aber mindestens genauso beeindruckend.

Mit 50 Bundesstaaten und über 9,8 Millionen Quadratkilometern Fläche könnte man meinen, die USA seien nur mit dem Flugzeug zu erkunden. Das gilt durchaus für größere Sprünge, wie beispielsweise um von der Ost- an die Westküste zu kommen, doch innerhalb der Bundesstaaten lohnt es sich, gezielt darauf zu verzichten und stattdessen mit dem Auto loszuziehen. Das hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist es deutlich nachhaltiger und umweltfreundlicher, zum anderen steht dir die Möglichkeit offen, jederzeit anzuhalten und den neu entdeckten Flecken Erde näher zu betrachten.

Besonders beliebt ist der kalifornische Highway One, offiziell “California State Route 1” genannt und eine der schönsten mit dem Auto befahrbaren Strecken, die du auf dieser Erde finden kannst. Der Highway windet sich über eine Gesamtlänge von 1.055 Kilometern (655 Meilen) entlang der Pazifik-Küste und führt an märchenhaften Küstenabschnitten und Stränden vorbei, die sich in ihrer Schönheit wieder und wieder übertrumpfen. Ein Grund mehr, mögliche Flugstrecken lieber mit dem Mietwagen zu erkunden. Ob du eine, zwei oder sogar drei Wochen Zeit hast: Diese Rundreise schafft man stressfrei in sieben Tagen, wenn man mehr Zeit mitbringt, erkundet man die Städte und Ortschaften intensiver.

Goldene Regel in Los Angeles: Den Stadtverkehr meiden!

Im Süden Kaliforniens liegt Los Angeles; eine Stadt, die wir alle aus hunderten Hollywood- und anderen Film-Klassikern kennen und die sich hervorragend für den Beginn eines Roadtrips durch Kalifornien eignet, startet doch der berühmte Highway One nur wenige Meilen nördlich in den Vororten der Stadt. Mit palmengesäumten Straßen, deren hohe Kronen sich im lauen Wind wiegen, dem San Gabriel Gebirge auf der einen und dem aus zahlreichen Filmen bekannten Venice Beach auf der anderen Seite sowie abendlichen Märchen-Sonnenuntergängen in den unterschiedlichsten Magenta-, Orange- und Sandtönen verkörpert Los Angeles ein absolut einzigartiges Gefühl von Freiheit. Perfekter könnte der Stadt in ein Roadtrip-Abenteuer nicht sein. Gerade am Rande der Stadt, beispielsweise dem eingemeindeten Pasadena im Norden Los Angeles’, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, dir einen Mietwagen zu nehmen. Vorsicht: Der Verkehr im Stadtkern ist eine einzige Katastrophe und treibt einem selbst nach jahrelanger Erfahrung den Angstschweiß auf die Stirn (wenn man den lokalen Lyft- und Unerfahrern Glauben schenken darf).

Um einiges ruhiger als Downtown Los Angeles: Pasadena, ein abgespaltener Stadtteil im Norden der Stadt.

Um einiges ruhiger als Downtown Los Angeles: Pasadena, ein abgespaltener Stadtteil im Norden der Stadt.

Außerdem ist gerade Pasadena wirklich sehenswert: Das mächtige Gebirge flankiert die Hauptstraße und steht in direktem Kontrast zu den niedlichen Pop Up-Stores, Eismanufakturen, Cafés und Bistros – der Großteil davon individuell und authentisch.

Eine Strecke mit Panoramaaussichten: Der Highway One in Kalifornien

Die Stadt lässt man mit dem Mietwagen erstaunlich schnell hinter sich. Bereits nach wenigen Kilometern befindet man sich, ehe man es so wirklich mitbekommt, auf dem Highway One in Richtung San Francisco. Dir wird schnell klar werden, warum diese Strecke bei Reisenden aus aller Welt ein echtes Highlight ist: Die Aussichten über den pazifischen Ozean, der sich vor deiner Frontscheibe erstreckt, sind atemberaubend. Kurvig schlängelt sich der Highway an den schönsten Buchten vorbei, an denen du unbedingt halt machen und den Surfern beim Wellenreiten zusehen solltest.

Eine der vielen schönen Panorama-Aussichten an der Küste des kalifornischen Highway One.

Eine der vielen schönen Panorama-Aussichten an der Küste des kalifornischen Highway One.

Mit etwas Glück erhascht du dabei sogar einen Blick auf Delfine, die sich ab und an in erstaunlicher Nähe zur Küste aufhalten. Ab jetzt entscheidest du, wie lange du fahren möchtest: Viele planen einen einzigen Tag ein und fahren von Los Angeles bis ganz hoch nach San Francisco, was (ohne Pausen) etwa sechs Stunden dauert, je nach genauem Abfahrt- und Ankunftsort. Wir empfehlen jedoch, einen mindestens eintägigen Zwischenstopp einzulegen – nicht nur, um die Pausen nicht zwangsläufig auf ein Minimum reduzieren zu müssen, sondern auch, um die eingestreuten Kleinstädte zwischen LA und San Francisco zu genießen. Hinter den sanften Hügeln am Rande des Highway, nur wenige Fahrtminuten entfernt von den sich an steilen Felswänden brechenden Wellen, warten amerikanische Kleinstädte, wie man sie sonst nur in kitschigen Weihnachtsfilmen erwarten würde…

Auch Kalifornien hat türkisblaues, beinahe transparentes Wasser, hier ein Strand nur wenige Kilometer vor San Luis Obispo.

Auch Kalifornien hat türkisblaues, beinahe transparentes Wasser, hier nur wenige Kilometer vor San Luis Obispo.

Straßenfeste und Studentenleben in San Luis Obispo

Wir sprechen von San Luis Obispo; einer Stadt etwa dreieinhalb Stunden nördlich von Los Angeles und damit auf halber Strecke. Du wirst nirgends so unglaublich freundliche Einwohner treffen, wie in diesem amerikanischen Kleinod irgendwo im Herzen Kaliforniens. Laut Oprah ist San Luis Obispo sogar die glücklichste Stadt in ganz Amerika – und das glaubt man sofort. Auf den Bilderbuchstraßen gruppieren sich Schüler zu Jazz-Bands, um Geld für ihre College-Ausbildung zu sammeln. Familienväter tragen ihre Kinder auf den Schülern durch die Hauptstraße, während man Stände für das heute stattfindende Straßenfest aufbaut – wie an jedem Donnerstag, jede Woche.

Bereits nach wenigen Minuten ausverkauft: Der Barbecue-Stand zu Beginn der Flaniermeile.

Bereits nach wenigen Minuten ausverkauft: Der Barbecue-Stand zu Beginn der Flaniermeile.

Der Duft nach Gegrilltem läutet das Fest ein, es folgen Obst- und Gemüsestände, an denen Farmer ihre Produkte anwerben, dann das Angebot der lokalen Gastronomie, die ihre Etablissements an diesem Abend auf die Straße verlegen. Es wird gelacht, getanzt und gesungen, auf der Flaniermeile bleiben Ansässige alle paar Meter stehen, um die Nachbarn zu grüßen. Die Tour endet an einem der Eis- und Dessertständen (auch hier werden im eigenen Ofen frisch gebackene Kekse, Kuchen und weitere Leckereien angeboten) oder wird kurzerhand nach innen verlegt, wo der Freitag mit einer Runde Bier eingeläutet wird. Noch lange nach offiziellem Schluss des Straßenfestes um Neun Uhr brennen hier die Lichter, wird nachgeschenkt oder Wein verkostet. Letzterer soll gleichzeitig auch das Motto des anbrechenden Freitags werden: Ebenfalls wöchentlich laden Gastronomie- und Einzelhandelseinrichtungen heute zum Wein in ihre Stuben ein. Um das Wochenende einzuläuten, die Kaufkraft anzukurbeln, oder die Menschen glücklich zu machen? Von allem ein bisschen. Selbst wenn du – aus welchen Gründen auch immer, immerhin bist du in Kalifornien – mit schlechter Laune nach San Luis Obispo einreist, spätestens bei deiner Weiterfahrt bist du um einiges glücklicher. Warum? Weil die einige Tage in dieser Stadt zeigen, wie einfach es sein kann und wie schön das Leben eigentlich ist, wenn man nur darüber nachdenkt und die Alltags-Sorgen für kurze Zeit vergisst.

An der kalifornischen Küste entlang in Richtung San Francisco

Nach einer Bilderbuch-Auszeit in San Luis Obispo dauert es nur noch vier Stunden, bis man in San Francisco angekommen ist – vorausgesetzt, man wählt die Strecke, die direkt an der Küste entlang führt. Es gibt noch einen weiteren Highway, der die beiden Städte in nur zweieinhalb Stunden verbindet, aber das wäre nur der halbe Spaß. Die schönsten Momente und Erinnerungen wirst du hier erleben, irgendwo an einer Haltebuch an den Steilklippen des berüchtigten Highway One, mit dem glitzernden Ozean zu deinen Füßen. Wo genau du nun anhältst, bleibt ganz dir überlassen. Die Rundreise an Amerikas Westküste zählt nicht umsonst zu den beliebtesten weltweit, daher empfiehlt es sich, genau dort anzuhalten, wo kein primitives Straßenschild eine “Nice View” verspricht – dort wimmelt es unter Garantie von Menschen und du kannst die Aussicht nicht in Ruhe genießen. Meist gibt es nur wenige Meter hinter der als toller Aussichtspunkt deklarierten Haltebucht eine weitere Raststätte – und hier bist du nur einer unter wenigen, mit ein bisschen Glück sogar ganz alleine.

Amerikanischer Underdog: San Jose in der San Francisco Bay Area

Aus den von Maps versprochenen vier Stunden werden locker fünf oder sechs, die Sonne verschwindet golden hinter den kalifornischen Hügeln, und in der Ferne schimmern bereits die ersten Lichter der Golden Gate-Metropole San Francisco, dem Ziel der beliebten Rundreise. Wenn du dem Klischee aus dem Weg gehen und statt San Francisco eine andere, benachbarte Großstadt erkunden möchtest: San Jose befindet sich etwa 45 Fahrtminuten vor San Francisco und ist mit etwas über einer Millionen Einwohnern sogar um rund 115.000 Einwohner reicher als sein bekannterer Bruder, denn in San Francisco selbst leben “nur” um die 884,000 Menschen.

Diesen Blick auf San Francisco hat man, wenn man sich unterhalb der Golden Gate Bridge befindet.

Diesen Blick auf San Francisco hat man, wenn man sich unterhalb der Golden Gate Bridge befindet.

Während man bei San Francisco sofort ikonische Bilder wie die Golden Gate Bridge, Oakland, Pier 39, die kurvige Lombard Street und steile Straßen im Kopf hat, assoziiert man mit San Jose zunächst einmal keine besonderen Highlights. Das aber absolut zu unrecht: San Jose hat eine große Künstler-, Bar- und Surferszene, letzteres ist mit Santa Cruz in direkter Nachbarschaft eigentlich keine große Überraschung – nur denkt daran niemand. Wenn du traumhafte Sonnenuntergänge, kaum Tourismus, herrliche verwaiste Sandstrände und tolle Wellen erleben möchtest, ist San Jose eine Überlegung wert. Es muss ja kein entweder oder sein, sondern kann zum “und” werden. Es macht beispielsweise Sinn, zunächst einige Tage in San Francisco zu bleiben, und auf dem Rückweg einen Abstecher in San Jose zu machen.

Rückreise nach Los Angeles

Die Rundreise endet, wie der Name schon sagt, dort, wo sie angefangen hat: In Los Angeles, der Stadt der Engel. Es ist natürlich kein Muss, den Mietwagen dort abzugeben, wo du ihn ausgeliehen hast. Für eine kleine Gebühr kannst du dir die etwa siebenstündige Rückfahrt von San Francisco nach Los Angeles sparen und die Weiterreise direkt von San Francisco aus planen. Wie du dich entscheidest, hängt letztendlich von deinen weiteren Plänen und Alternativen ab. Um dir unnötigen Stress zu vermeiden empfiehlt es sich, die Rückreise bereits einen Tag vor dem Datum, an dem du deinen Mietwagen abgeben musst, anzutreten. Von Los Angeles aus gibt es viele Möglichkeiten, die Weiterreise zu bestreiten: Günstige Flüge in allerlei Städte in den USA fliegen von hier ab, außerdem gibt es ein gut ausgebautes Bussystem, das dich für wenig Geld von A nach B bringt, beispielsweise nach Phoenix, von wo aus du wunderbar einen Roadtrip durch die National Parks machen kannst. Mehr dazu gibt es in Kürze auf FAUBE.com.

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