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Glücksverschiebung, Glück, Weltreise, Reise, Leben im Hier und Jetzt, den Moment genießen

Glücksverschiebung ist ein Term ohne feste Definition. Tatsächlich habe ich das Wort von Marcel aufgeschnappt, der es im Zusammenhang mit “Wenn du dir etwas vom Leben wünschst, dann schieb es nicht auf” verwendet. Ich habe lange darüber nachgedacht, was genau “Glücksverschiebung” für mich bedeutet. Offensichtlich hat es etwas damit zu tun, sein Glück auf- beziehungsweise nach hinten zu verschieben. Aber mache ich das wirklich, und wenn ja, wann und wie? Die Antwort ist: Die ganze Zeit. “Wenn ich erst dieses oder jenes erreicht/gekauft/gesehen habe, dann bin ich zufrieden”. Ich selbst habe mich solche oder ähnliche Sätze schon sehr, sehr oft sagen hören. Vor allem jetzt unterwegs, wenn ich genervt von einer Stadt oder Situation bin, gebe ich Dinge von mir wie “Oh man, ich kann’s nicht mehr sehen. Ich freue mich schon so auf Amerika/Japan/Singapur” (Die Destination muss an dieser Stelle immer durch ein Land ersetzt werden, in dem ich gerade NICHT bin.) Was dieser Satz eigentlich bedeutet: Gerade bin ich nicht zufrieden, sondern erst, wenn ich an einem bestimmten Ort bin – aber nicht dem jetzigen. Ich verschiebe mein Glück also aktiv nach hinten und gebe der Situation in diesem Fall gar keine Chance, eine gute zu werden. Völliger Blödsinn eigentlich, vor allem, da mir jedes Land, das wir bisher gesehen haben, unglaublich gut gefallen hat. Gedanklich bin ich aber immer schon einen Schritt weiter und denke daran, was wir noch alles erleben werden. Ist ein Stück weit ja auch in Ordnung, aber eben nur dann, wenn man auch die Gegenwart in vollen Zügen genießen kann. Immerhin ist das Jetzt der einzige Zeitpunkt, den wir irgendwie beeinflussen können.

Genießt den Moment in vollen Zügen: Marcel, hier in Chicago. Schöne Augenblicke bewusst zu erleben ist wichtig, um glücklich zu sein.

Genießt den Moment in vollen Zügen: Marcel, hier in Chicago. Schöne Augenblicke bewusst zu erleben ist wichtig, um glücklich zu sein.

“Was würdest du dir wünschen, wenn du nur ein Leben hättest?”

Haha witzig, denkt sich der aufmerksame Leser nun vielleicht im Stillen. Habe ja nur ein Leben. Genau so ist es, aber lebst du es so, wie du es dir als Kind gewünscht hast? Ausreden wie “Naja, aber man kann nicht immer das machen, was man will” sind nicht erlaubt. Es gibt immer Möglichkeiten, glücklich mit einer Situation zu sein. Immerhin stimmt es wirklich: Wir sind nur einmal auf der Welt, zumindest in dieser Form, diesem Körper oder dieser Zeit. Wie auch immer deine Glaubenssätze und Phantasie aussehen, mindestens für den Moment ist diese Aussage wahr. Warum mir dieser Artikel wichtig ist: Auch ich bin ganz groß darin, mein Glück zu verschieben. Nach der Schule, nach dem Studium, nach diesem Job, irgendwann später, wenn ich erst dieses oder jenes erreicht habe – dann gebe ich mich zufrieden. Ich erinnere mich an einen Moment aus meiner Schulzeit. Ich war in der fünften Klasse und schaute morgens ans schwarze Brett, wo stand, welche Lehrer heute ausfallen oder ob es Vertretungen gäbe. Auf der Suche nach meiner Klasse schweifte mein Blick über die unterste Reihe – die Elftklässler. Für mich ungeheuer erwachsene, intelligente und erfahrene Menschen, eine andere, viel klügere Generation. Schüler, zu denen ich ehrfürchtig aufsah. “Wäre ich doch auch in der Elften”, dachte ich mir damals noch und hörte nicht auf das ständige “Genieß die Schulzeit, du wirst sie noch vermissen” meiner Eltern. Was sollte ich an der Schulzeit denn auch vermissen? Nee, also das wäre bei mir sicher nicht der Fall, ich fiebere dem Ende des Schulbank-Drücken hin. Heute bin ich natürlich klüger und weiß, dass Klassenarbeiten keine große Sache sind und es schlimmeres gibt, als um sechs Uhr aufzustehen. Aber was kann man einem Fünftklässler schon erzählen… Worauf ich eigentlich hinaus will: Schon damals habe ich irgendwie mein Glück verschoben. In diesem speziellen Beispiel auf die elfte Klasse, das Ende meiner Schulzeit. Die Zeit zwischendrin habe ich natürlich trotzdem genossen, aber dennoch gab es diese Momente, in denen ein späterer Zeitpunkt attraktiver war als der aktuelle Moment. Ich habe den vagen Verdacht, dass mit dieser Nach-Hinten-Verschiebung irgendwann Schluss ist.

 

Manchmal erinnert man sich an völlig unscheinbare Momente zurück und weiß: Da war ich richtig glücklich. Für mich? Definitiv dieser magische Sonnenuntergang an New Yorks Hudson River.

Manchmal erinnert man sich an völlig unscheinbare Momente zurück und weiß: Da war ich richtig glücklich. Für mich? Definitiv dieser magische Sonnenuntergang an New Yorks Hudson River.

 

Und das bitte besser früh als spät. Ich möchte mit dieser Glücksverschiebung, diesem “ich bin später glücklich” aufhören. Keine Zwischen-Meilensteine, bis ich endlich das tun kann, was ich gerne mache, das ich genieße. Keine Aufopferungen mehr bis “endlich das richtige Leben losgeht”. Spoiler: Das richtige Leben ging schon lange los, bevor ich denken konnte. Auf diese Weltreise, die ich mir schon so lange gewünscht habe, bin ich zum Beispiel richtig stolz. Die habe ich nämlich nicht verschoben, sondern gemeinsam mit Marcel, der sich mindestens genauso sehr darauf gefreut hat, wie ich, angepackt – und wir hätten keine bessere Entscheidung treffen können.

Warum auch falsche Entscheidungen eigentlich richtig sind

Manchmal ist es so, dass sich eine Entscheidung im Nachhinein als falsch herausstellt. Eine, von der man dachte, sie würde garantiert den Weg zum Glück weisen. “Mensch, hätte ich damals doch nur” fangen häufig Sätze an, mit denen man seinen Unmut über eine solche Entscheidung ausdrücken möchte. Dennoch gibt es einen Grund, warum wir Entscheidungen treffen, und meist ist es ein Bauchgefühl, das in diesem Moment dazu geführt hat, dass man Ja oder Nein sagte. Die zu diesem Zeitpunkt eben genau richtig war, auch wenn man später daran zweifelt. Und wie soll man aus falschen Entscheidungen lernen, wenn man nie welche macht? Wie herausfinden, ob der eingeschlagene Weg eine Sackgasse ist oder ins persönliche Paradies führt? Eben. Letzteres sieht übrigens für jeden Menschen komplett unterschiedlich aus. Wovon wir träumen, was wir mögen, wie wir unsere Zeit gerne verbringen und was für uns die Definition eines glücklichen, zufriedenen Leben ist, das alles variiert je nach Individuum. Auch ich rede oft schon lange, bevor ich nachdenke und lasse unqualifizierte Kommentare wie “Und DAS macht dir Spaß?” oder ähnliches los. Aber klar – manche Menschen genießen es, ihre Zeit auch bei schönem Wetter drinnen zu verbringen. Manche mögen den Winter lieber als den Sommer, manche zieht es so gar nicht in die Ferne. Auch wenn ich nicht immer alles nachvollziehen kann, so versuche ich doch, Verständnis für die Vorlieben meiner Mitmenschen aufzubringen. Für jeden bedeutet Glück etwas anderes, und solange jeder sein persönliches Glück findet – jetzt und nicht später – ist die Welt in Ordnung. Und eigentlich ist es etwas sehr schönes, dass wir alle unterschiedlich sind – sonst hätten wir uns alle nichts zu erzählen.

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