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Pool im Mandapa, Ubud

Ein atemberaubender Sonnenuntergang taucht den balinesischen Dschungel in orangerotes Dämmerlicht und lässt die intensiven Farben der Tropen langsam ergrauen. Auffrischende Windböen zerren an hochgewachsenen Palmkronen, auf den Reisfeldern tanzen die zarten Gräser, die mit ihrer Frucht später einmal ganze Dörfer ernähren werden. Zwei Reisbauern, gekleidet in grüne Uniformen mitsamt traditionell-konischen Hüten, gehen auf einem der kleinen Reisfelder nahe des dichten Dschungels ihrer gewohnten Arbeit nach. Eine Szene, die sich im tiefsten, unberührtesten Inneren des Landes abspielen könnte.

Balinesische Reisbauern im Mandapa Reserve, mit traditionellem, konischem Hut

Reisbauern im Mandapa Reserve bei ihrer gewohnten Arbeit, der sie und ihre Familien schon lange vor dem Bau des Hotels nachgingen.

Jahrhundertealte Spiritualität in die Anlage einzubinden, ist fester Bestandteil der Police des Mandapa Reserve in Ubud

Spielort der eben beschriebenen Szenerie ist das “Mandapa Reserve”, ein Luxushotel der Ritz Carlton-Reihe. “Warum kommen Menschen nach Bali? Nun, es sind verschiedene Gründe, die Interessierte antreiben”, erfahren wir im Gespräch mit Wiwin Hakim, Leiter der PR-Abteilung des Resorts. “Die einen suchen einfach einen abgelegenen Ort, um dem Alltag zu entfliehen, die anderen möchten etwas von der balinesischen Kultur erfahren, die ganz besonders in Ubud auch heute noch zu spüren ist – manche möchten beides. Und das finden sie hier”.

"Dem Alltag entfliehen oder Kultur erfahren - manche möchten beides. Und das finden sie hier."

Ein kurzer Exkurs: Ubud gilt als spirituelles und kulturelles Zentrum Balis. Die Kleinstadt liegt im Hochland der Insel, direkt im Vorgebirge der Regentschaft Gianyar, eingebettet zwischen steilen Schluchten und kaskadenförmigen Reisfeldern. Vor der niederländischen Kolonialherrschaft war die malerische Stadt der bevorzugte Sitz balinesischer feudaler Prinzen. Die so entstandene enorme kulturelle Bedeutung ist bis heute beinahe greifbar und wird im Rahmen spiritueller Zeremonien und traditioneller Tänze zelebriert. Hinduistische Tempel, Gottesfiguren aus Terrakotta, gewürzschwangere Düfte aus den lokalen Restaurants und eng aneinander geschmiegte Shops prägen das Stadtbild. Vereinzeltes, lautes Hupen gepaart mit dem, was man auch ohne Verständnis des Indonesischen als wüste Beschimpfung identifizieren könnte, lässt die Menge kurz zusammenzucken. Taxen mit eingeschalteten Warnblinkern pflügen sich langsam durch die Menschentrauben, hinter den Steuern sitzen wild gestikulierende Fahrer, die ihre Gäste dem Traum von Indonesien in all seinen Facetten Stück für Stück näher bringen.

Der Ayung-River windet sich durch den Spa-Bereich

Der Spa-Bereich steht ganz im Zeichen der Natur. Bei einer der individuell abgestimmten Behandlungen kann man die Augen schließen und dem natürlichen Rauschen des Ayung lauschen.

Kein Ort in Bali, vielleicht sogar in ganz Indonesien, kombiniert diese schon seit Jahrhunderten bestehende Spiritualität mit mondänem Luxus, wie das Mandapa. Der alte Tempel inmitten der Hotelanlage, in dem Einheimische und Hotelangestellte nach wie vor regelmäßigen beten; der sich schlangenförmig entlang der Restaurants, Spa-Bereiche und Wohn-Bungalows windende Ayung-River, die noch heute traditionell beackerten Reisfelder und der balinesische Dschungel mitsamt seiner heiligen Bäume – all das war schon da, lange bevor das Hotel seine Pforten öffnete. Auf den Reisfeldern, deren Terrassen subtil in die Hotelanlage integriert wurden, stehen mehrere, kleine Familientempel mit dampfenden Räucherstäbchen. Die Anzahl der Tempel auf den Feldern ist ein Indiz dafür, von wie vielen Familien sie bewirtschaftet wird – ein schönes Zeichen, die den auf Bali vorherrschenden Hinduismus zu einer äußerst greifbaren, freundlichen Religion macht.

Von Menschenhand Geschaffenes und puristische Natur in friedlicher Ko-Existenz

Eingestreut in die gesamte Architektur der Anlage finden sich einzelne Elemente der typisch balinesischen Natur wider. So nimmt beispielsweise das Restaurant “Sawah Terrace”, von dessen leicht erhöhter Lage aus man den Strömen des Ayung tagsüber zusehen und bei Nacht lauschen kann, die wellige, kaskadenförmige Struktur der balinesischen Reisterrassen auf. In den Räumen selbst fühlt man sich durch die Nutzung natürlicher, lokaler Materialien wie Bambus, Stroh oder Palmenrinde besonders naturverbunden. Selbst der Pool fügt sich harmonisch in die ihn umgebende Natur ein; wie ein großer, geschwungener Teich bietet er herrliche Panoramablicke auf die angrenzen Reisfelder und den wenige Meter weiter wuchernden Regenwald. Das gesamte, künstlich und dennoch so natürlich wie möglich erschaffene Hotel-Areal lebt in einer Art einvernehmlicher Ko-Existenz zu seiner naturbelassenen Umgebung.

Vogelperspektive auf die Hänge des Mandapa, mitsamt Dschungel im Hintergrund

Den Strukturen des Grundes folgend, auf dem “Mandapa Village” erbaut wurde, fällt die Hotelanlage teilweise steil ab.

 

Der Pool des Mandapa, von dem aus man die sanft geschwungenen Reisterrassen sehen kann.

Der Pool des Mandapa, von dem aus man die sanft geschwungenen Reisterrassen sehen kann. Wie immer schon da gewesen fügt er sich harmonisch in die ihn umgebende Natur ein.

Die Gemälde an den Zimmerwänden bilden ab, was sich dem Betrachter bei einem Blick aus den deckenhohen Fenstern in aller Wirklichkeit eröffnet: Der am Rande der Reisfelder beginnende Urwald, die Reisterrassen selbst, die sich in ihrer üppig-grünen Schönheit großflächig bis zum Horizont erstrecken, Balinesinnen in traditionellen Sarongs. Letztere sind vermutlich “Patih”; die Butlerinnen des Resorts. In Java und weiten Teilen Malaysia war “Patih” früher eine traditionelle Bezeichnung für die rechte Hand des Königs. Auch im Mandapa haben die Butlerinnen eine vergleichbare Position inne: Gäste bekommen zu Beginn ihres Aufenthaltes einen Butler oder eine Butlerin zugeteilt, die für einen sorgenfreien Aufenthalt sorgen. Der komfortable In-Room Check-In und -Out, Fragen rund um die Hotelanlage beantworten, die Planung von Aktivitäten, wie beispielsweise Tagesausflüge oder Reservierung in einem der hauseigenen Restaurants, aber auch die Regelung der Teilnahme an kostenlosen Kursen wie Reis-Ernten, Wake-Up Yoga oder Zeichen-Stunden, die das “Mandapa” anbietet, sind einige der Aufgaben, mithilfe derer die Patih den Aufenthalt ihrer Gäste unvergesslich macht. Noch vor dem Check-In, der direkt im Zimmer erfolgt, bekommen Gäste üblicherweise eine Führung durch die gesamte Hotelanlage, im Rahmen derer die Etablissements vorgestellt werden. Um die weitläufige Anlage, die von Mitarbeitern liebevoll “Mandapa Village” genannt wird, zu erkunden, werden Gäste mitsamt ihres Gepäcks in einem Buggy durch die steilen abfallenden, engen Wege gelenkt. Warum die aufwändige, steile Bauweise? “Das hat die Natur so vorgegeben”, lächelt die Patih. “Die Anlage fügt sich in die bereits dagewesenen Strukturen ein – das gilt auch für den Grund, auf dem sie gebaut wurde. Darum kann es an manchen Stellen ganz schön steil oder eng werden, vor allem dort, wo der Fluss fließt”. Auf die Nachfrage, ob man für die speziellen Wege eine  Art Buggy-Führerschein braucht, lacht die erst 21-Jährige laut auf. “Ja, tatsächlich musste ich einen Führerschein machen. Das hat sogar ziemlich lange gedauert, weil es wirklich nicht so einfach ist, wie es aussieht”. Die kurze Tour endet schließlich im Zimmer des jeweiligen Gastes, wo man gemütlich auf der Couch sitzend eingecheckt wird und seine individuell zusammengestellte Planung für den Aufenthalt erklärt bekommt.

Die Kokons des Kubu-Restaurant im Mandapa

Das “Kubu”-Restaurant flankiert den Ayung-River und überzeugt mit seiner außergewöhnlichen Flecht-Struktur und köstlichen Menüs.

Am Fuße des Ayung

Zum Dinner lauschen Gäste dem Plätschern des Ayung von der “Sawah Terrace” aus, oder nehmen in den aus Bambus geflochtenen Kokons des “Kubu”-Restaurants Platz, dessen direkte Fluss-Lage eine atemberaubende Kulisse für Genießer schafft. Die mehrgängigen Menüs bestehen aus einer Reihe äußerst detaillierter Kompositionen unterschiedlichster Geschmacksrichtungen und Zutaten, raffiniert zu einem köstlichen Ensemble komponiert und dazu geschaffen, den Genießenden Ort und Zeit für eine Weile vergessen zu lassen.

traumhafter Sonnenuntergang: Die Sonne verschwindet blutrot hinter den Gipfeln des Urwaldes.

Die Sonne verschwindet in schillernden Farben hinter den Baumkronen des Urwaldes und taucht die Landschaft in flüssiges Gold.

Zumindest den Ort vergessen ist das letzte, was man im “Mandapa” möchte. Während die Zeit hier bedauerlicherweise wie Sand durch die Finger rinnt, könnte man an diesem wunderschönen Ort gut und gerne noch für eine Weile festhalten.

Der unvergessliche Aufenthalt endet, wie er begonnen hat: Die untergehende Sonne versinkt hinter den Kronen des niemals schweigenden, balinesischen Regenwaldes und entlässt seine Zuschauer in die Dunkelheit der hereinbrechenden Nacht.

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