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Japan, Lehre, Weltreise, Reise, Zuhause, Glück, Ruhe

Dass Zeit vergänglich ist, wird vor allem auf Reisen klar. Gefühlt gestern war man noch ganz woanders, heute bewegt man sich schon auf einem anderen Kontinent fort. Kaum zu glauben, dass wir noch vor zwei Wochen auf Hawaii durch Waikikis bunte Straßen gelaufen sind, und morgen verlassen wir bereits Japan, das Land der Kontraste und der freundlichen Menschen. Wir sind auf dem Sprung in Richtung Thailand – ein Land, das ich immer wieder besuchen könnte, ohne dass mir jemals langweilig würde. Gerade die Hauptstadt Bangkok ist Dreh- und Angelpunkt der meisten Thailandreisen. Wie oft wir insgesamt schon für ein, zwei Nächte in der Stadt waren, um auf einen günstigen Flug am nächsten Morgen zu warten oder “nur mal kurz” auszuruhen, ich kann es gar nicht mit Sicherheit sagen. 5, 6 Mal? Jedenfalls hat die Zeit gereicht, um zu sehen, welche enormen Fortschritte das Land oder zumindest die Hauptstadt Bangkok selbst über die Jahre gemacht hat, was meine Vorfreude von Mal zu Mal steigerte. Es gibt so vieles zu entdecken! Darum freue ich mich wie ein Schneekönig darauf, endlich wieder durch die Streetfood-Stände zu bummeln, nicht identifizierbare Speisen auszuprobieren und vielleicht sogar endlich diesen einen Mango Sticky Rice-Stand auszuprobieren, von dem immer alle reden. Gefunden habe ich ihn in den verwinkelten Gassen der Stadt bisher jedenfalls nicht – man sagt, er wechsele seinen Standort regelmäßig. Typisch und damit genau eine der Charakteristiken, die die Stadt so liebenswert machen.

 

Warum die Japaner so gelassen und ruhig sind? Sie haben viele grüne Oasen, über das ganze Land verteilt, in denen man entspannen und runterfahren kann.

Warum die Japaner so gelassen und ruhig sind? Sie haben viele grüne Oasen, über das ganze Land verteilt, in denen man entspannen und runterfahren kann.

Was wir von Japan in Sachen Geduld lernen können

Auch unsere Zeit in Japan haben wir sehr genossen. Zugegeben, es dauerte ein paar Tage, immerhin sind Japan und Amerika zwei Nationen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Es war bereits unser zweiter Aufenthalt, diesmal aber ohne Tokyo – wir wollten uns die zwei Reistage schlicht und einfach sparen. Über die Zeit haben wir festgestellt, dass selbst der kleinste Ortswechsel als Reisetag gewertet werden muss: Auschecken aus der Unterkunft muss man beinahe immer zwischen 10-12 während Check-In vor 15 Uhr in den seltensten Fällen möglich ist. Und in den drei bis fünf Stunden dazwischen stehen wir dann da, mit fünf unförmigen und sperrigen Koffern, Rucksäcken und Taschen. So. “Wir können’s ja schonmal aufgeben” lautet dann immer meine Devise, also marschiert man zum Hotel, Hostel oder Airbnb wo sich zwar nie einer beschwert, aber trotzdem ist’s irgendwie nicht das gelbe vom Ei. Vielleicht stelle ich mich da aber auch einfach extrem prinzessig an. Wie dem auch sei: Tokyo war diesmal nicht dabei, dafür aber Kyoto, und das war wirklich herrlich. Die insgesamt 1.600 Tempel und 400 Schreine haben wir zwar nicht alle gesehen, sondern nur einen Bruchteil davon, aber wir haben uns viel Mühe gegeben, die Touristen-Zentren auszulassen und stattdessen die weniger besuchten “Geheim-Tipps” zu besuchen. Ein voller Erfolg. Was wir uns von Japan nämlich wirklich abschneiden können, ist eine Scheibe Gelassenheit. “MAN WIE LANGE DAUERT’N DAS NOCH” brach es gerade zu Beginn aus mir heraus, wenn sich die Person hinter der Kasse/Theke/dem Schalter erneut alle Zeit der Welt ließ. Ich erinnere mich noch an Marcels entgeisterte Blicke, da ich die schlechte Angewohnheit habe, im Ausland auf Deutsch zu fluchen. “Versteht mich doch eh keiner…” murmle ich mich kleinlaut, grinse dann aber doch entschuldigend in Richtung Kasse. Dort lässt man sich aber nicht aus der Ruhe bringen, bemerkt hat von meinem inneren Kampf niemand etwas. “Ruhig bleiben”, bete ich mir mit geschlossenen Augen vor, “Ist doch alles Zen hier. Sei auch mal Zen.” Direkt hat’s nicht geklappt, aber mit der Zeit wurde ich geduldiger. Nicht generell, aber zumindest mit meinen Mitmenschen, die eben schon früher gelernt haben, dass man seinen Körper nicht in Dauerstress versetzen muss. Ruhe und Geduld sind Tugenden, die man in Japan quasi in die Liege gelegt bekommt, bei mir aber völlig ausgelassen hat. Aber das ist ja einer der vielen, vielen Gründe, aus denen wir auf Reisen gehen sollten – um zu lernen, wie andere Kulturen und Individuen mit Gegebenheiten umgehen. Wir Menschen können nämlich viel voneinander lernen.

 

Herbstfarben in Japan: Ein unvergesslicher Anblick.

Herbstfarben in Japan: Ein unvergesslicher Anblick.

Was lernen wir auf Reisen über unser Zuhause?

Unterwegs lernen wir täglich über die Länder, die wir besuchen, die Menschen, die wir treffen, die Kulturen, in die wir uns für kurze Zeit eingliedern. Unterwegs lernen wir aber auch viel über zuhause. Oft stellen wir bewusste oder unbewusste Vergleiche an á la “Das ist in Deutschland aber ganz anders”, “Zuhause ist das einfacher”, “das könnte man zuhause auch so machen” und viel mehr. Eine Zwischenbilanz, die wir schon öfter gezogen haben ist: Wir schneiden gar nicht so schlecht ab und haben’s zuhause sehr, sehr gut. Wir haben eine funktionierende Demokratie, alles verläuft relativ geordnet (auch wenn ich mich zuhause gerne beschwere), es ist sauber, wir haben tolle Landschaften, schöne Städte und tatsächlich sagt man von den Deutschen, sie seien ein sehr freundliches Volk. Wer jetzt lacht – das war auch meine erste Reaktion, aber so nimmt man uns von Außen wahr. Ist doch super! Mama hat mir früher öfter beim Essen zugesehen und kopfschüttelnd gesagt: “Ich hoffe, bei anderen hast du Tischmanieren”. Als sich dann im Gespräch mit anderen Müttern herausstellte, dass mein Essverhalten auswärts absolut zufriedenstellend sei, habe ich mit vollem Mund gegrinst und meinte nur “Fiehfte.” So in etwa stelle ich mir das mit Deutschland und der Freundlichkeit auch vor: Untereinander ist man ab und zu ein bisschen ruppig zueinander, aber im Großen und Ganzen sind wir ganz nett. Damit kann ich leben. Was wir außerdem sehr zu schätzen wissen: Unsere Familien. Wir haben immer jemanden, an den wir uns wenden können, wenn es etwas schönes oder nicht so schönes zu sagen gibt, sei es Bruder, Mama oder Papa. Das Wissen, dass es auf der anderen Seite der Welt jemanden gibt, der vielleicht gerade an einen denkt, ist etwas sehr wertvolles – und leider nicht selbstverständlich, wie wir ebenfalls lernten. Darum: Ein riesiges Danke an die Mamas, Papas und Brüder zuhause! Vermutlich wird es uns immer irgendwie in die Ferne ziehen, einfach weil es so viel zu sehen gibt, aber wir kommen immer gerne nach Hause.

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