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Koffer auf Kofferwagen

Welche Arten von Gepäck gibt es?

Grob kann man vier Arten von Koffern unterscheiden: Hartschalenkoffer, Softshell-Koffer, sowie Reisetaschen und Backpacks, letztere bilden eine gesonderte Art von Gepäckstück. Je nach Reisestil  und -land hat jede dieser Optionen Vor- oder Nachteile, so viel ist klar. Doch gerade auf einer (langen und oft unvorhersehbaren) Weltreise findet man sich vor unterschiedlichsten Situationen und Herausforderungen wieder, was die “richtige Wahl” für das richtige Gepäckstück erschwert.

Der Hartschalenkoffer

Mehrere Koffer nebeneinander

Hartschalenkoffer bieten den Vorteil, dass sie sich leicht rollen lassen und gegen Stöße gesichert sind.

Der ehemalige Standard-Begleiter auf jeder Reise ist der klassische Hartschalenkoffer. Die Ausführungen reichen von günstigen Low-Quality Exemplaren aus Import-Export Laden um die Ecke oder dem Zielland selbst bis hin zu teuren Markenmodellen (derzeit besonders beliebt sind die mehrere tausend Euro teuren Rimowa-Koffer). Die zugrunde liegende Funktionalität ist diese: Durch die harte Schale schützen die Koffer das Innere vor Stößen und Umwelteinflüssen wie beispielsweise starkem Regen. Gerade im Flugzeug, wo die Gepäckstücke bekanntlich nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, fühlen sich viele Reisende einfach sicherer, wenn ein gewisser Schutz vorhanden ist. Ob der raue Umgang nun eher für oder gegen ein hochpreisiges Modell spricht, ist fragwürdig. Sicher ist: Die meist niedrige Qualität der preiswerten Modelle zeichnet sich durch weniger stoßresistentes Material aus, wohingegen hochqualitative Modelle mehrfach verstärkt werden und entsprechenden Schutz bieten.

Ein weiterer – sehr großer – Vorteil ist, dass diese Koffer meistens Rollen haben. Das Gepäck muss also nicht mühselig geschultert und getragen werden, sondern rollt ohne große Anstrengungen neben dir her. So sicher und bequem ein Hartschalenkoffer auch ist, solange man sich in Städten und Luxushotels aufhält, so unpraktisch ist er oftmals auch für eine Weltreise. Durch die harte Schale bringt diese Art Koffer ein gewisses Eigengewicht mit, das oftmals mehrere Kilo in Anspruch nimmt. Das Gewicht geht hierbei direkt vom zugelassenen Gesamtgewicht der Airline ab, für die du dich entscheidest – statt der 23 erlaubten Kilo kannst du deinen Koffer also effektiv nur mit um die 18-20 Kilo bepacken, da der Koffer selbst schon recht viel wiegt. Der zweite Nachteil ergibt sich je nach Reisevorliebe: Wer viel in Asien, Afrika oder Südamerika unterwegs sein möchte, der wird mit dem Gepäck auch längere Strecken zum Hostel, Hotel oder AirBnB zurücklegen müssen. Bedenkt man, dass die Straßen in diesen Ecken der Erde oftmals nicht so gut ausgebaut, geschweige denn sauber und aufgeräumt sind wie in Deutschland, wird das Kofferziehen schnell zur Qual.

Material-Exkurs: Hartschalenkoffer aus ABS, Aluminium und Curv

Ein stoßsicherer Hartschalenkoffer ist üblicherweise aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (kurz: ABS) gefertigt, ein Material, das sich durch eine enorme Widerstandsfähigkeit sowie Schlag- und Kratzfestigkeit auszeichnet.

Auch Aluminiumkoffer gelten als besonders widerstandsfähig, langlebig und robust. Ein solches Modell geht dafür in der Regel aber mit einem entsprechenden Preis einher, trotz des vergleichsweise hohen Eigengewichts des Leichtmetalls, es finden sich bei gutem Suchen aber auch günstige Modelle, wie beispielsweise von COOLIFE.

Ein recht fortschrittliches Material, das in der heutigen Kofferherstellung immer häufiger verwendet wird, ist das sogenannte Curv. Dabei handelt es sich um ein patentiertes Verfahren, das maßgeblich von Herstellern hochqualitativer Koffer verwendet wird, beispielsweise Samsonite. Aus dem strapazierfähigen Material soll man die leichtesten Koffer bauen können, die derzeit auf dem Markt verfügbar sind.

Der Softshell-Koffer

Die Industrie hat sich weiterentwickelt, auch in der Gepäckbranche. Neben den klassischen Hartschalenkoffern sind viele Gepäckstücke heutzutage sogenanntes Weichgepäck. Das heißt: Obwohl sich die Form im Vergleich zum Hartschalenkoffer nicht drastisch unterscheidet, zeichnet sich der Softshell-Koffer durch einige Vorteile aus. Das wohl größte Plus im Direktvergleich ist das Gewicht der Weichschalenkoffer. Durch die verwendeten Materialien (Stoffe) ist der Koffer bei gleichem Fassungsvolumen oft deutlich leichter als ein Hartschalenkoffer. Das gibt dir mehr Freiheiten bezüglich des Gewichts, das du packen darfst. Zudem ist ein Softshell-Koffer auch etwas flexibler und lässt sich entsprechend ausdehnen. Genau diese Dehnbarkeit geht allerdings zulasten der Sicherheit des Gepäckstückes. Das Innenleben deines Koffers ist durch den dünnen Stoff nicht ganz so gut gegen Stöße, Kratzer oder äußere Umwelteinflüsse geschützt, wie bei einem Hartschalenkoffer. Auch Modelle mit “weicher Schale” werden von nahezu jedem gut sortierten Kofferhersteller angeboten. Bekannt für Modelle mit einem recht guten Preis-Leistungsverhältnis ist Samsonite oder deren Tochter-Unternehmen American Tourister.

Material-Exkurs: Weichschalenkoffer aus Nylon und Polyester

Üblicherweise werden Weichschalenkoffer aus Nylon oder Polyester angefertigt. Durch die Verflechtung synthetischer Fasern zu einem Gewebe fertigt man Nylon an – je nach der Dicke der Fasern ist dein Gepäckstück mehr oder weniger Reißfest, was sich letztendlich im Preis des Koffers äußert. Generell gilt Nylon als wasserabweisend und recht belastbar, was den Stoff zu einem beliebten Material für Koffer mit weicher Außenhülle macht.

Auch Polyester zählt zu den Synthetika und wird in der Kofferherstellung bevorzugt eingesetzt. Im Großen und Ganzen gibt es keine maßgeblichen Unterschiede zwischen Nylon und Polyester – beide Materialien gelten als wasserabweisend, belastbar und reißfest.

Fazit: Weiche oder harte Schale?

Der Kunststoff-Koffer mit “harter Schale” schützt das Innenleben besser vor Stößen, ist aber deutlich schwerer als die weiche Alternative. Die Softshell-Variante wiegt weniger, ist dafür aber nicht ganz so stoßsicher – welche Art von Koffer du für dich wählst, liegt letztendlich an deinen Reisezielen, den klimatischen Bedingungen und nicht zuletzt deinen Vorlieben in Sachen Optik. Der Preis variiert bei beiden Optionen: Man hat sowohl bei Hart- als auch Weichschalenkoffern die Wahl aus günstigen bis sehr teuren Modellen.

Die Reisetasche oder “Duffle Bag”

Eine Alternative zum klassischen Koffer ist die Reisetasche. Hier gibt es keine festen Kofferstrukturen mehr, wenige bis keine Fächer und wenig Sicherheit vor Stößen. Dennoch gehen einige Vorteile auf das Punkte-Konto der Reisetasche: Sie ist leicht, kann dank Extra-Polsterung auf dem Rücken getragen werden und durch das vergleichsweise nachgiebige Material “passt immer noch was rein”. Gerade in den letzten Jahren kamen – und kommen noch immer – zahlreiche Modelle mit integrierten Schulterriemen auf den Markt, wodurch das Tragen der Tasche auf den Straßen der Welt einfacher wird. Das Material ist inzwischen insoweit verbessert worden, als dass die Taschen selbst enorm selten reißen. Gerade für Weltreisende, die keine teure Kleidung oder Wertsachen im Gepäck mitführen, ist die Reisetasche eine günstige, leichtgewichtige und praktische Alternative zum Koffer.

Material-Exkurs: Leder und Canvas sind besonders beliebt

Klar, auch unter den Reisetaschen gibt es Unterschiede bezüglich Material und damit verbunden auch den aufzubringenden Kosten. Ein bei günstigen Herstellern beliebtes Material ist das reißfeste und dennoch dehnbare Canvas oder auch “Duck” genannt. Dabei handelt es sich um einen festen Garn, der dich und fest zu einem entsprechend soliden  Stoff gewebt wird, wie beispielsweise die Modelle von Patagonia – perfekt für eine Reisetasche, die unter Umständen nachlässigem Ziehen und Drücken standhalten muss.

Hochwertige Modelle – darunter häufig sogenannte “Weekender”, die für Wochenendreisen konzipiert konzipiert wurden – bestehen häufig aus Leder oder einem Imitat. Aufgrund der recht großen Oberfläche sind auch die Preise entsprechend hoch angesetzt – dafür kann man dann aber ein optisch ansprechendes, langlebiges und robustes Gepäckstück, das sicher viele Reisen überleben wird, sein Eigen nennen.

Der Backpack

Backpacker beim Wandern

Ein Backpack ist vor allem bei längeren Wanderungen ein absolutes Muss.

Vermutlich der Klassiker unter Weltreisenden. Der Backpack hat mit einem Koffer fast nichts mehr zu tun und ist eine Art perfektionierter Rucksack für die Reise. Das Fassungsvolumen der Backpacks ist oftmals kleiner als das einer üblichen Reisetasche oder eines Koffers, dafür hast du damit auch selten Probleme mit dem Gewicht. Durch das Rucksackprinzip wird ein Backpack grundsätzlich anders befüllt: Anstatt ihn seitlich zu öffnen, wird der Backpack von unten nach oben gepackt. So praktisch das manchmal auch ist, um schnell an obenauf liegende Sachen zu kommen, nervenstrapazierend kann es vor allem dann werden, wenn ein Kleidungsstück “von ganz unten” benötigt. Dennoch hat sich das Gepäckstück bei Reisenden auf der ganzen Welt als Liebling etabliert – das hat sicher gute Gründe. Vor allem der enorme Tragekomfort spricht für den Backpack, da dieser – wie de Name schon sagt – extra dafür konzipiert wurde, auf dem Rücken getragen zu werden und entsprechende Polster besitzt.

Material-Exkurs: Was sind Ripstop Nylon oder Polyester?

Ripstop Nylon oder Polyester ist das Go-To-Material bei der Herstellung von Backpacks. Klassisches Nylon oder Synthetik-Gewebe gelten zwar als sehr wasserfest, reißen bei punktuellem Druck jedoch leicht. Um das zu verhindern setzt man in der Produktion vermehrt auf Ripstop. Dabei handelt es sich um eine spezielle Webtechnik, bei der in einem Abstand von wenigen Millimetern dicke Fäden in das ansonsten dünne Gewebe gewebt werden und den Stoff so insgesamt deutlich reißfester und robuster machen. Diese Webart sorgt auch für die typische, karierte Struktur der heute üblichen Backpacks. Sowohl Nylon, als auch Polyester oder Aramide werden zur Herstellung von Ripstop verwendet. Vor allem Nylon- und Polyester-Ripstop werden dir beim Backpack-Kauf begegnen.

Welches Gepäckstück ist das richtige für deine Weltreise?

Für welches Gepäckstück du dich nun entscheidest, hängt mit deinen Reiseländern, deiner Art zu reisen sowie persönlichen (optischen) Vorlieben und – nicht zuletzt – deinem persönlichen Budget zusammen. Dieser Artikel soll dir dabei helfen, die unterschiedlichen Arten von Gepäckstücken kennenzulernen. In der Regel gibt es jedes Modell in unterschiedlichen Größen und Preisklassen, hier sind dir also keine Grenzen gesetzt.

Grundsätzlich gilt: Wenn du vornehmlich in Hotels unterwegs bist, oft app-basierte Transportdienste wie Grab oder Uber nutzt und nicht vor hast, mit dem Gepäck längere Strecken zu Fuß zurückzulegen, empfiehlt sich entweder ein Hartschalenkoffer oder ein Softshell-Koffer. Beide Modelle sind üblicherweise mit Rollen ausgestatten, die für einen schnellen und bequemen Transport sorgen.

Wer öfter zu Fuß unterwegs ist oder sich in Teilen der Welt aufhält, wo gepflasterte oder geteerte Straßen nicht die Norm sind, ist mit einer Reisetasche oder Backpack besser beraten. Die Reisetasche oder auch “Duffle Bag” bietet, gerade wenn sie sich auch schultern lässt, gegenüber dem Backpack oftmals mehr Fassungsvermögen bei vergleichbarem Preis. Wer mit seinem Gepäck längere Strecken oder sogar aufwendige Touren, beispielsweise mehrtägige Wander- oder Trekkingtouren, zurücklegen möchte, sollte sich besser einen Backpack zulegen.

Maße: Wie groß sollte das Gepäck sein?

Beim Fassungsvermögen sollte immer auf die richtige Balance aus Komfort, Transportmöglichkeiten und das Gewicht geachtet werden. Das gilt vor allem für Rucksäcke und Reisetaschen, da diese unter Umständen für längere Strecken geschultert werden. Gerade dann, wenn das Gepäck auf den Rücken muss und damit die Schulter- und Nackenmuskulatur belastet, solltest du dir genau überlegen, auf welche Dinge du gegebenenfalls verzichten kannst. Um die 20-23 Kilogramm Maximalgewicht der Gepäckbestimmungen voll auszunutzen, sollte man sich ein Gepäckstück mit etwa 85-95 Litern aussuchen – für Frauen kann es gerne weniger sein, es gibt auch Optionen um die 65 Liter. Hier kannst du bequem alles reinquetschen, bis die Gewichtsgrenze erreicht ist (Achtung: Die variiert je nach Airline). Angenehmer für den Rücken sind  kleinere Gepäckstücke mit einem Fassungsvermögen zwischen 60 und 70 Litern. Typischerweise sind das, komplett vollgepackt, zwischen 12-15 Kilo, die sich deutlich angenehmer tragen lassen.

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