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Kamloops, Kanada, Roadtrip, Weltreise, Traumziele, Reisen, Reise

Für viele ist Reisen heutzutage kein reines Hobby mehr, sondern eine Art Lebenseinstellung. Dazu zählen wir uns mittlerweile auch: Es ist nicht nur einfach und günstig, von A nach B zu gelangen, sondern wahnsinnig bereichernd und dabei so erfüllend. Wer einmal in die tiefen Schluchten des Grand Canyon geblickt hat, auf einem hawaiianischen Bergkamm balanciert oder im balinesischen Meer geschwommen ist, wer in Österreichs Bergen gewandert ist oder Italiens Dolce Vita genießen durfte, der weiß: Die Erde ist sagenhaft vielfältig, nie vorhersehbar und überall lebenswert. Nach einer gewissen Zeit möchte man nicht mehr auf das Entdecken verzichten. Einer der Gedanken, die meinen Kopf während unserer Zeit auf Weltreise am Häufigsten durchkreuzte, war: “Schöner als hier kann es unmöglich werden.” Und doch wurde es noch schöner, noch atemberaubender, und irgendwann wollten wir mehr. Mehr Sonnenuntergänge sehen, mehr Natur erforschen, mehr Geschichten von interessanten Menschen hören, mehr erleben. 194 Länder gibt es auf der Erde, gespickt zwischen sieben Weltmeere, dessen faszinierende Unterwasserwelt für den Menschen bis heute eines der größten Geheimnisse bleiben soll. Wo also soll man anfangen? Es scheint mehr zu geben, als man je begreifen könnte.

 

Wildes Tier In der Natur, Kanada

Alltägliche Wunder: Unverhofft ein Tier in freier Natur erleben. Hier in Kanada, Nationalpark Banff.

Wir leben, um zu entdecken. Und doch tun wir’s nicht

Viele Menschen stellen sich irgendwann (oder auch öfter) die Frage: Was machen wir eigentlich hier? Gibt es einen Grund, aus dem wir hier sein dürfen? Laut Schätzwerten wird es im Jahr 2023 etwa 8 Milliarden Menschen auf der Welt geben (übrigens, zum Vergleich: 1927 waren es noch 2 Milliarden), und jeder Einzelne von uns hat seinen Platz hier. Wenn ich ab und zu gedanklich über die Frage nach dem Warum philosophiere, denke ich immer an eine Art Spiel. Dabei ist die Erdoberfläche ein riesiges Spielfeld, Startpunkt für jeden Einzelnen ist der jeweilige Geburtsort. Eine transzendente Macht reibt sich in meiner Vorstellung die Hände, grinst und fragt: “Und jetzt? Was tust du mit deinem Privileg, Teil dieser riesigen Gemeinschaft zu sein?  Ihr habt unterschiedliche Länder und Gewässer, mal sehen, was ihr draus macht, liebe Leute.” Und dann geht’s los. Sackgassen gehören bei diesem Spiel ebenso dazu, wie Weggabelungen. Das Einzige, auf das man keinen Einfluss hat: Zeit. Davon hat man chronisch zu wenig, man wünscht sie sich zurück, hofft, sie anhalten und manchmal – ganz selten – vorspulen zu können.

 

Kann man nicht aufhalten, sie ist aber so wertvoll: Zeit.

Kann man nicht aufhalten, sie ist aber so wertvoll: Zeit.

Weltreise: Ziele, die vorher keine waren – spontan unterwegs

Was uns das Reisen gelehrt hat: Es lohnt sich, über den Tellerrand zu schauen. Über den eigenen Schatten zu springen. Für den Sonnenaufgang extrem früh aufzustehen und für die absolute Stille kilometerweit in die Einöde Arizonas zu fahren, um ohne fließend Wasser in einem Tipi zu nächtigen. Das sind die Dinge, an die ich mich täglich erinnere. Während das alltägliche in den Hintergrund rückt, prägen sich gewisse Gespräche, Momente, Szenen und Sequenzen umso deutlicher ein, rücken in den Vordergrund, ergeben erst Wochen oder gar Monate später einen Sinn. Vor allem die Ziele auf unserer Weltreise, die wir ursprünglich nicht im Sinn hatten, kristallisieren sich im Nachhinein besonders heraus. In Vancouver haben wir uns spontan entschlossen, ein Auto zu kaufen und damit durch ganz Kanada zu fahren. Unseren alten PT Cruiser (der übrigens mein erstes Auto sein sollte – that’s a first!) jagten wir über die Rocky Mountains bis nach Kamloops, eine Stadt in einer Semi-Wüste im östlichen British Columbia. Der arme Harold – Name wurde von der Vorbesitzerin, die ihn wiederum von ihrer Vorbesitzerin übernahm, übernommen – hatte zu kämpfen, brachte uns aber stets ans Ziel, so auch in ebendieses versteckte Paradies mit der wunderschönen Aussicht. Kamloops who? Nie vorher gehört, und doch brauchten wir einen Platz zum Schlafen, bevor wir die Fahrt durch die Nationalparks Jasper und Banff antraten. Wir blieben drei Tage, verlängerten von zwei auf drei Nächte und genossen dieses spontane Abenteuer wie kein zweites. Wir schliefen in einem Airbnb, zur Begrüßung fanden wir frische Kekse auf dem Küchentisch. Auf unserer Terrasse – dreimal so groß wie unsere bereits großflächige Unterkunft mit zwei Schlafzimmern, Küche und Wohnzimmer – stand ein Barbecue-Grill und eine Sitzgruppe mit Liegestühlen. Die Aussichten? Mir bis heute unbegreiflich. In der Ferne verschwammen die tanzenden Lichter der Stadt im Flimmern der Wüste, ein Fluss schlängelte sich durch die karge Landschaft. Die untergehende Sonne tauchte die wie eine Daunendecke über den pastellfarbenen Himmel gespannten Wolken in spektakuläres, flammendes Rot.

 

Unendliche Weiten in Kamloops, Kanada. Hier kurz vor Sonnenuntergang - magische Augenblicke auf der Weltreise.

Unendliche Weiten in Kamloops, Kanada. Hier kurz vor Sonnenuntergang – magische Augenblicke auf der Weltreise.

Abenteuer und Entdecken: Erlebnis statt Traum

Fast Forward: Vor uns stehen zwei Teller mit knusprig gegrilltem Steak, außerdem zwei Gläser Wein. Ein letztes Aufleuchten der verblassenden Sonnenstrahlen, dann Dunkelheit. Da wir uns wie gesagt in einer Semi-Wüste befinden, gibt es außer Kamloops selbst keine größeren Lichtquellen – der Nachthimmel ist sternenklar. Vielleicht war es dieser Moment, in dem ich das erste Mal realisiert habe, wie viel mehr ich von dieser Welt sehen will. Man muss nur einmal falsch abbiegen oder sein eigentliches Ziel nicht erreichen, und plötzlich findet man sich in einer absoluten Traumstadt wider. Wenn das aber einmal passiert – wer sagt, dass ich nicht bei jedem Falsch-Abbiegen etwas wundervolles entdecke? Was, wenn hinter jeder Ecke ein Abenteuer wartet? Klar, für einen Weg muss man sich entscheiden wenn man an einer Gabelung steht – vielleicht gibt es aber nur Richtig und nicht Falsch. Im Grunde geht es doch darum, vor der Gabelung nicht stehen zu bleiben, sondern mutig eine Option zu wählen, oder? Über den Konjunktiv kann man ja bekanntlich viel nachdenken, und doch ist noch niemand weiser geworden. Was unser Abstecher nach Kamloops mir gezeigt hat: Man kann träumen. Man soll sogar träumen, viel und lang und ausgedehnt, solange man die schönen Traumbilder in reale Erlebnisse umsetzt. Eine Weltreise bedeutet, Wunder zu erleben. Abenteuer zu machen, unverhofft Freunde kennenzulernen, eine falsche Abzweigung zu nehmen und dann wieder viele goldrichtige. Um die Welt reisen heißt Ungewissheit. Freiheit. Unbezahlbar.