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Sonnenuntergang in Boston. Sich zu wenig Zeit lassen und nicht genug genießen sind zwei große Fehler auf der Weltreise

Der Begriff “Weltreise” ist individuell interpretierbar. Ab welcher Reisezeit du von einer Weltreise sprichst, wie viel sie kosten darf/muss, welche Ziele wann angepeilt werden sollten, welches Gepäck notwendig ist, all das und vieles mehr obliegt persönlichen Vorlieben und Interessen. Doch auch wenn sich die Geister in den meisten Bereichen scheiden, eines eint alle Reisenden: Wir machen Fehler. Welche das sind und wie du typische Patzer vermeidest, erfährst du hier.

1. Zu schnell Reisen

Einer der wohl klassischsten Fehler: Der Gedanke, man müsse die Aufenthaltsorte so schnell wie möglich wechseln, um auch wirklich alles zu sehen. Es gibt – je nachdem, wie man zählt – etwa 194 Länder auf der Welt. Alle davon beherbergen wunderschöne Landschaften, Kulturen, sind das Zuhause wunderbarer Menschen und sind es wert, gesehen und bereist zu werden. Aber eben nicht auf einmal. Ein weit verbreitetes Missverständnis: Eine Weltreise zu machen bedeutet nicht, alle Länder dieser Erde in einem Rutsch zu sehen.  Viel wichtiger ist es, ausgewählte Länder wirklich kennenzulernen. Mit all ihren Eigenheiten, kulturellen Besonderheiten, Gepflogenheiten, Menschen und ganz sicher auch Macken. Das braucht aber Zeit, und oft merkt man erst hinterher, dass man noch hätte bleiben wollen oder sollen. Ist man alle drei Tage woanders, tut man sich selbst keinen Gefallen. Darum: Nimm dir Zeit, sie ist dein wichtigstes Gut und hilft dir, das Land bzw. die Länder deiner Träume in all ihrer Vielfalt zu sehen und verstehen. Und darum geht es doch schließlich, oder?

2. Zu viel Gepäck

Während man im heimischen Kleiderschrank täglich zwischen diversen (und, zugegeben, meist viel zu vielen) Kleidungsstücken auswählen kann, muss man sich unterwegs auf das Wesentliche reduzieren. Was genau das “Wesentliche” eigentlich ist, kann einem dabei niemand so genau sagen – auch hier kommt es darauf an, auf welche Teile deiner Garderobe du wirklich nicht verzichten möchtest. In der Regel tendiert man gerade am Anfang der Weltreise dazu, viel zu viel einzupacken. Vor allem, wenn man verschiedene Klimazonen bereist, muss intelligent gepackt werden, doch Winterjacken, Schuhe und dicke Pullover sind nunmal platzeinnehmend und treiben das Gewicht schnell in die Höhe. Dennoch muss man sich an die Regeln der Airlines halten und Richtlinien zu Größe und Gewicht des Koffers einhalten, was bedeutet: Beschränke dich in Hinblick auf deine Garderobe auf das, was du wirklich brauchst. Nicht vergessen: Auch in den Ländern, die du bereist, kannst du dich notfalls mit neuen oder vergessenen Kleidungsstücken eindecken.

3. Wichtige Dokumente nicht absichern

Mit die wichtigsten Dinge, die du unbedingt mitführen solltest: Deine Dokumente. Immer zur Hand haben solltest du deinen Reisepass, Führerschein (plus eventuell die internationale Version davon), aktuelle Flugtickets sowie, falls nötig, Visa. Eine vollständige Packliste inklusive aller wichtiger Dokumente findest du in Kürze auf dieser Seite. Eine Handtasche ist schnell geklaut, zieht aber für den Geschädigten eine Menge Arbeit, Unannehmlichkeiten und Kosten nach sich. Um den Gang zur Botschaft wirst du, sollte dein Pass abhanden kommen, nicht herumkommen, dennoch sparst du dir und allen Beteiligten eine Menge Zeit und Nerven, wenn du deine Dokumente digital abgespeichert hast. Zuhause einfach alles durch den Scanner jagen und in einem separaten Ordner in einem Cloud-Service (beispielsweise Google Drive/One Note) ablegen, und du hast weltweiten Zugriff. Dauert im Voraus nur wenige Minuten und spart dir unter Umständen viel Zeit – übrigens auch dann, wenn es nicht zum Verlust kommt. Vergleichsweise unwichtige Dokumente, wie beispielsweise deinen Studentenausweis, musst du nicht immer mit dir führen, sondern kannst bequem auf die gescannte Karte zurückgreifen.

4. Am Flughafen zu viel Geld ausgeben

Es gibt offensichtliche Kosten, mit denen man rechnet und solche, die sich als überraschend teuer herausstellen. Zu ersteren zählen beispielsweise Unterkünfte, Verpflegung, Mietwägen oder Flüge, ungeplant sind die Ausgaben am Flughafen selbst oder die Tankkosten, die unerwartet hoch ausfallen. Letzteres lässt sich leider nicht vermeiden, doch die teuren Essens- und Getränkepreise an den Terminals sind ärgerlich und lassen sich Gott sei Dank auf ein Minimum reduzieren. Eine Möglichkeit ist es, sich schon vor der Anreise zum Flughafen ein Versorgungspaket zu schnüren. Vorsicht: Auch für flüssige Speisen und natürlich Getränke gilt die 100ml-Regel. Erlaubt sind beispielsweise Salate, belegte Brote, Nussriegel oder Reiswaffeln, auch eine leere Wasserflasche, die du nach der Sicherheitskontrolle wieder auffüllen kannst, ist empfehlenswert. Eine weitere Option ist es, Flughafen-Lounges zu nutzen. Dort gibt es meistens eine Auswahl an kostenlosen Getränken und Snacks, außerdem kann man hier in Ruhe arbeiten oder sich vor einem (Weiter-)Flug ausruhen. Normalerweise benötigt man den Gold-Status einer Airline, um Zugang zu diesen Lounges zu bekommen. Mit einigen Tricks klappt es aber auch über Umwege. Auf diese Weise vermeidest du es, unnötig viel Geld am Flughafen zu lassen. Weitere Flughafen-Hacks findest du hier.

5. Nicht spontan sein

Einer der vielen Gründe, warum man eine Weltreise unternimmt: Das Gefühl unendlicher Freiheit. Nicht immer zu wissen, was morgen passiert, sondern sich treiben lassen und im Hier und Jetzt leben. Den Moment genießen. Dieses losgelöste Gefühl geht schnell verloren, wenn du zu viel planst. Klar, ein bisschen Vorausplanung ist unverzichtbar,  beispielsweise günstige Flüge rechtzeitig buchen, noch dazu, wenn sie für ein Visum gebraucht werden. Dennoch ist es schön, weitestgehend spontan zu bleiben: Hast du den Ein- und Ausflug in ein Land gebucht und weißt, du hast nun zwei Monate Zeit, ist das mehr als genug. So räumst du dir ein, an manchen Orten länger zu bleiben und andere Ziele vorzeitig zu verlassen – ob und wie gut es dir an einer Location gefällt, hängt oft von vielen Faktoren zusammen. Musst du keinem straffen Zeitplan folgen, kannst du deine Weiterreise um ein paar Tage nach hinten verschieben und mit den netten Menschen, die du kennengelernt hast, noch etwas mehr Zeit verbringen.

6. Zu viel Geld für Unnötiges ausgeben

Mit “Wir brauchen/müssen unbedingt…” fangen häufig Sätze an, die Vorschläge beinhalten, welche man nicht unbedingt braucht/muss. Ein Beispiel: “Wir müssen unbedingt das Auto auf Vordermann bringen, damit wir es für mehr Geld verkaufen können”. Man tut und macht, schraubt, poliert, kauft Extras und Zubehör, pflegt und wäscht, und am Ende wird es dann doch verschrottet, weil man keinen Käufer findet. Das passiert und ist auch nicht tragisch, aber wenn man vorher an die hundert Dollar investiert hat, ist das trotzdem ärgerlich. Dasselbe gilt für neue Kleidungsstücke oder andere Gegenstände, die man aus einer Laune heraus kauft: Meistens braucht man den neuen Pullover nicht “unbedingt” und stellt dann fest, dass überhaupt kein Platz mehr im Koffer ist. Ein anderes Kleidungsstück wird stattdessen aussortiert, obwohl das eigentlich extra für die Reise gekauft wurde. Muss nicht sein. Vor einem Vorhaben oder Kauf ganz kurz nachdenken und kalkulieren, ob die Rechnung so wirklich aufgeht – hältst du es dann immer noch für eine gute Idee, ist es vielleicht auch eine. Ansonsten bleiben lassen.

7. Zu lange Zögern

Viele Unterkünfte oder günstige Flüge gehen dir während einer Weltreise durch die Lappen, wenn du dich nicht entscheiden kannst oder zu lange zögerst. Die Flüge stehen, aber die traumhafte Unterkunft in bester Lage buchst du dann doch nicht, es könnte sich ja was Besseres ergeben – meist liegt man damit falsch und ärgert sich im Nachhinein grün und blau, wenn nur die zweite oder dritte Wahl übrig bleibt, die am Ende sogar deutlich teurer geworden ist. Auch wenn wir in Punkt fünf noch für mehr Spontaneität plädiert haben: Spontan sein und Chancen nutzen schließen sich nicht unbedingt aus. Manchmal muss man einfach auf seine innere Eingebung hören und zugreifen. Damit fährt man oft am Besten.

8. Zu wenig genießen

Zu guter Letzt: Weniger grübeln. Weniger nachdenken, Angst haben, zweifeln, planen, hetzen, rastlos sein, eilen, aufgeregt sein, zögern, aufschieben, traurig sein, undankbar sein, aufgeben.

Mehr spontan sein, lachen, innehalten, lernen, gut essen, zuhören, offen sein, auf Menschen zu gehen, lieben, träumen, verwirklichen, spontan sein, zuschauen, unternehmen, probieren, zulassen.

Mehr genießen.

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