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Der Winter, vier Jahreszeiten, Kurzgeschichte, Geschichte, Prosa, texte

Eiskristalle zieren schmutzige Fenster. Außen Minusgrade, im Inneren überheizte Luft und stummes Gelächter, für Beobachter.

Menschen laufen schneller im Winter; versuchen vor durchdringender Kälte mit eiligen Schritten davonzurennen, als wären sie auf der Flucht vor einem unsichtbaren Feind, der mit eisiger Klaue nach ihnen greift.

Eisiger Wind oder stickige Heizungsluft – kein dazwischen, nur Extreme –, juckende und trockene und rote Haut, Glätte und Nebel, zu wenig Sonne und zu kurze Tage, frühe Dunkelheit und späte Arbeitstage, schlechte Laune und dicke Jacken, aber doch zu dünn, um den Körper vor Frost zu schützen, Schnee, Matsch, Kälte, Grau, Winter Blues, vielleicht sogar Trauer, aber um was? Ich weiß doch, dass aus heißen Sommertagen laue Septembernächte werden, die irgendwann in einen regnerischen Oktober münden; Sommerkleider und Shorts weichen undefinierbaren Übergangsjacken mit abnehmbaren Kapuzen, werden mit dem ersten November-Frost zu Wintermänteln und im Dezember ist er unweigerlich da; der Winter, der so viel länger scheint als der Sommer, obwohl die Tage so viel kürzer sind. Vielleicht ist es die Farbe, die fehlt? Kahle, farblose Land- und Ortschaften vor grauem Himmel vor weißem Schnee vor schwarzer Nacht.

Aber es gibt immer eine andere Seite.

Die Hoffnung auf eine Decke aus weißem Schnee über weitläufigen Ländereien, kristallklare Nächte, ein Hauch dicker Heizungsluft aus spaltweit geöffneten und dann schnell wieder geschlossenen Türen, ein Schuss Zimt im klassischen Kakao (oder Rum im Glühwein, das Gefühl von Geborgenheit, im warmen Inneren sitzend, während draußen feine Flocken durch die kristallklare, schwarze Nacht wirbeln und sich am Boden – mit ein bisschen Glück – zu einer dichten, weißen, weichen und hauchzarten Schicht formieren; eine Schicht, die knirscht, wenn man mit gepolsterten Sohlen darüber läuft; in ihnen stecken die dick besockten Füße der Mutigen, der Winter-Liebenden und Neugierigen, der Kinder, die fasziniert sind von der neuen Welt, die sich vor den Fenstern auftut, sie mit eigenen Augen und Händen begreifen wollen; fühlen wollen, wie kalter Schnee in warmen Händen schmilzt und, wieder Wasser, unaufhaltsam durch schmale Finger rinnt.

Manche Winter scheinen unüberwindbar. Und doch weiß jeder, dass da wieder ein Sommer sein und die kahlen Zweige mit Farbe füllen wird.